Brautmeile Marxloh, 2019-2020

Benito Barajas — Duisburg

Hintergrund zur Fotoserie

Duisburg Marxloh: Das ist für alle, die dort nicht leben oder arbeiten, die No-go-Area. Die Polizei patrouilliert hier mit Einsatzhundertschaften, um im Einflussgebiet von Rockerbanden und libanesischen Großfamilien die Oberhand zu behalten. Nachts ist es hier gefährlich, doch tagsüber herrscht große Betriebsamkeit. Die Gegend um die Weseler Straße in Duisburg-Marxloh ist bekannt als riesige Hochzeitsmeile: Nirgendwo sonst in Europa gibt es so viele türkische Brautmodengeschäfte auf engstem Raum, Schaufenster voller Kleider, Smokings, Ringe und Hochzeitstorten. Die Kund*innen kommen nicht nur aus der näheren Region, sondern auch aus den angrenzenden Bundesländern und dem benachbarten Ausland, wie den Niederlanden, Belgien oder Frankreich. Bei Familien, die sonst aufwändig in die Türkei reisten, um für das Fest die passenden Kleider einzukaufen, sprach sich das Marxloher Angebot schnell herum. Die meisten kommen mit mehreren tausend Euro hierher, bleiben mindestens einen Tag und geben ihr Geld hier aus. Die Fassaden der Geschäfte sind schäbig und runtergekommen. Im Gegensatz dazu steht die Glitzerwelt, die in den Schaufenstern präsentiert wird. In meinen Aufnahmen lasse ich diese Gegensätze auf ungewöhnliche Art miteinander
verschmelzen.

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