Projekt

Fotografie. Wandel. Wir. – ein Projekt für freie Fotografie

Das Pixelprojekt_Ruhrgebiet wurde 2002 von Fotograf Peter Liedtke entwickelt und 2003 auf Initiative von damals 26 freien Fotografinnen und Fotografen gegründet. Es entstand aus der Idee heraus, einen dauerhaften, kostenlosen und kuratierten Ausstellungsort für Fotoserien und ihre Macher*innen im Internet zu schaffen. Inzwischen können wir auf sechzehn Vernissagen im Wissenschaftspark Gelsenkirchen und viele Ausstellungen in anderen Städten und Ländern zurückblicken. Die mehr als 10.0000 Bilder der Sammlung setzen sich mit den Städten, Menschen, der Landschaft und der Kultur des Ruhrgebiets auseinander.

Künstlerisch orientierte Region

Das Ruhrgebiet reizt als Region mit ihren Widersprüchlichkeiten und Brüchen nicht nur ortsansässige Fotograf*innen. Schon immer setzten sich sowohl freie Projekte als auch Auftragsarbeiten mit seinen vielen Facetten auseinander.

Das zeigt auch die einzigartige Fotoszene: Das große Interesse an künstlerischer Arbeit im Ruhrgebiet wird repräsentiert durch die Nähe zu den renommierten Designhochschulen in Essen, Dortmund, Bielefeld und Münster und die Kunst-Akademien in Düsseldorf und Münster. Gleiches gilt für die dichte Museumslandschaft, in der Fotografie eine zunehmende Rolle spielt.

Bilder ins Licht setzen

Doch wo sind diese Arbeiten, entstanden als engagierte Autor*innenfotografie? Einige werden ausgestellt und erhalten mit viel Glück eine Dokumentation in einem Katalog. Wenn die Ausstellung vorbei ist, sind die Bilder verschwunden. Manche erscheinen stark reduziert und uminterpretiert in Büchern und Zeitschriften. Fotografische Serien haben kaum eine Chance, im Ganzen veröffentlicht zu werden. Viele schlummern daher schlicht in Mappen, Kartons und Schubladen, ohne dass die Öffentlichkeit sie jemals kennenlernen konnte.

Über Jahrzehnte gab es keine Möglichkeit, diese Arbeiten vollständig und langfristig sichtbar zu machen. Und erst Recht gab es kein Interesse daran, Fotografien als wahrgenommene Interpretationen der Wirklichkeit jenseits von Hochglanzbroschüren für jede*n zugänglich zu machen und das einfache Bild für sich wirken zu lassen.

Fluch und Segen: die Digitalisierung

Mit dem Internet und seinen vielfältigen Möglichkeiten kam auch die Masse an Nutzer*innen und Webseiten. Wie findet man nun die berühmte Nadel im Heuhaufen? Wie schafft man es, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und Interessantes von weniger Interessantem?

Das Pixelprojekt_Ruhrgebiet setzt genau an dieser Stelle an. Es schafft einen neuen Ausstellungsraum für fotografische Arbeiten. Gleichzeitig übernimmt es aber auch die Aufgabe, die nötige Trennung zwischen Kunst und Schnappschüssen zu vollziehen. Dadurch entsteht eine Sammlung themenbezogener und kuratierter Bildserien.

Für ein hohes Maß an Qualität bürgt eine Jury von anerkannten Kunst-, Fotografie- und Regionalfachleuten. Einmal pro Jahr entscheidet sie über Neuaufnahmen. Eine Auswahl aus den eingereichten Originalen wird in der jährlichen Vernissage im Wissenschaftspark in Gelsenkirchen gezeigt.
In seiner virtuellen Galerie stellt das Pixelprojekt_ Ruhrgebiet die verschiedensten fotografischen Serien zu einzelnen Aspekten der Region Ruhrgebiet vor. Die Bilder werden nach Themen strukturiert und ergeben so eine grobe Skizze des Strukturwandels im Revier. So entsteht über die Jahre ein digitaler Bildspeicher, der sowohl das Ruhrgebiet als besondere Region im europäischen Verbund als auch das große fotografische Interesse dokumentiert.

Die Originale sowie die Urheberinnen- und Nutzungsrechte verbleiben dabei den Bildautorinnen.

Die Kohle geht, die Bilder bleiben

Viele der Arbeiten setzen sich thematisch mit der neu entstandenen Industriekultur auseinander. Der Wandel in Städten und Natur, zwischen den Menschen und vor allem auf der Arbeit beschäftigt die Fotograf*innen mehr als in anderen Regionen. Gemeinsam sind den Fotoserien die intensive Auseinandersetzung mit den Facetten des Ruhrgebiets.

Einige der Arbeiten sind schon heute Klassiker und zeigen die Region zu einer Zeit, als der Begriff „Strukturwandel“ noch nicht so gebräuchlich war. So zum Beispiel „Stadt- und Industrielandschaft im Ruhrgebiet“ von Joachim Schumacher, „Maloche – Leben im Revier“ von Michael Wolf oder „So nah – so fern“ von Brigitte Kraemer.

Manche Serien sind das Ergebnis einer bestechenden Idee, ins Bild gebracht in wenigen Tagen wie „Heroen des Ruhrgebiets“ von Jens Nieth und Arno Schidlowski. Andere sind das Produkt bis zu dreißigjähriger Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema wie „Arbeitswelt“ von Manfred Vollmer.

Die Künstler*innen hinter den Bildern

Die ausgewählten Fotoserien stammen von deutschen und internationalen Fotografinnen. Wichtig ist nur der Bezug zur Region. Unter ihnen befinden sich Hochschullehrerinnen, Zeitungsfotografinnen, in Ausbildung befindliche Newcomer und auch Amateurinnen, die ihre Arbeiten der Öffentlichkeit präsentieren wollen.

Die Bildstile umfassen das gesamte Spektrum der aktuellen Fotografie, vom künstlerisch Abstrakten bis zum reduziert Dokumentarischen, von der Inszenierung bis zur klassischen Reportage.

Mitmachen

Pixelprojekt_Ruhrgebiet ist aus der freien fotografischen Szene entstanden und behält ein weitgehendes Maß an Unabhängigkeit. Es entwickelt sich ständig in Kooperation mit etablierten Institutionen wie dem Ruhr Museum Essen und dem Deutschen Werkbund weiter. Das Pixelprojekt war außerdem Ideengeber für die Partnerprojekte „PixxelCult“ im Saarland und das „regionale Gedächtnis“ in Braunschweig.

Alle Fotograf*innen können sich bei Pixelprojekt initiativ bewerben. Informationen finden Sie unter Projekt / Bewerbung. Über eine Aufnahme in das Projekt entscheidet einmal jährlich die Jury.

Über das Internetprojekt hinaus bemüht sich Pixelprojekt_Ruhrgebiet um weitere Möglichkeiten, die Fotografie im Ruhrgebiet zu fördern und ein fotografisches Netzwerk von Bildautor*innen und Nutzer*innen herzustellen.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wenn Sie Teil dieses Netzwerkes werden möchten. Für den Erhalt des Pixelprojekts suchen wir immer wieder Sponsor*innen. Möchten Sie die Fotografie und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Strukturwandel des Ruhrgebiets fördern? Sprechen Sie uns gerne an. Der einfachste Weg ist eine Mitgliedschaft im Förderverein des Projektes. Aber auch gegenüber allen anderen Fördermöglichkeiten sind wir aufgeschlossen.