Im Emscherbruch, 2019

Annette Jonak — Herne, Herten, Gelsenkirchen

Hintergrund zur Fotoserie

Waren es vor 600 Jahren noch vor allem die Emscherbrücher Dickköpfe, die als Wildpferde den Boden ringsum der Emscher erschütterten, so brachten die folgenden Jahrhunderte mit der einsetzenden Industrialisierung nicht nur massive gesellschaftliche sondern auch landschaftliche Veränderungen mit sich. Der Steinkohleabbau Ende des 19. Jhd. ließ das Gelände kontinuierlich absinken, die Emscher verwandelte sich in eine Kloake und wurde schließlich von der Emschergenossenschaft kanalisiert. Der eigentliche Emscherbruch verschwand. Der heutige gleichnamige Emscherbruch mit seinen Sümpfen und Wasserflächen ist Folge der massiven Bergsenkungen in den 70er Jahren in dessen Mitte der Ewaldsee liegt. Er ist Ergebnis großer Materialverschiebungen zum Bau der A2, die zwischen 1933 und 1934 durch die Bauabteilungen des Unternehmens Reichsautobahn geplant wurde. Der Zeche Ewald diente er lange als Kühlreservoir.

Nicht nur die landschaftlichen Veränderungen sind eng mit der Industrialisierung und der Geschichte des Emscherbruchs ver-knüpft, sondern z.B. auch die in der näheren Umgebung zu findende Cranger Kirmes oder die ZOOM Erlebniswelt -ehemals Ruhr-Zoo- in Gelsenkirchen.

© Sämtliche Nutzungsrechte an den abgebildeten Fotografien liegen bei Annette Jonak