Herr Hampel, 2006

Dorothee Hörstgen — Bochum

Hintergrund zur Fotoserie

Herrenfriseur Hampel – in seinen Laden gingen schon mein Vater, Onkel Franz und Onkel Arthur hinein und immer mit derselben Frisur wieder hinaus. Klassischer Herrenschnitt, geföhnt. Herr Hampel hatte seinen Salon schon 24 Jahre, als ich ihn fotografierte. In der Straße, in der ich aufgewachsen bin. Sein Vater war ebenfalls ein angesehener Friseur gewesen, überall hängen seine Auszeichnungen. Und Schalker war Herr Hampel, mit Leib und Seele und Dauerkarte. Mein Fototermin war irgendwann um die Mittagszeit zu Ende. Der Freund lag unter einem der beiden Waschbecken und versuchte, es zu reparieren. „Friedel, bring mir mal den Eimer!“ Und Herr Hampel wurde langsam etwas nervös, denn schon bald gings „Auf Schalke“. Anpfiff. Und ich machte ein letztes Bild auf der Treppe.

Und heute? Existiert der Salon nicht mehr. Der Raum, in dem die Zeit stehen geblieben war, ist seither nicht wieder vermietet worden. Die Zeit steht also weiterhin. Herr Hampel ist mittlerweile tot. Aber seine Frau lebt noch, ist sehr munter, und bis heute steht ein Bild aus meiner Serie in ihrer Vitrine.

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