Boxbude, 2017-2018

Robert Freise

Hintergrund zur Fotoserie

„Boxbuden“ waren immer ein Symbol für Mut und Männlichkeit. Sie gehören seit ewigen Zeiten zum Inbegriff des Rummels auf Kirmessen wie Riesenrad und Karussell. Das große Sterben der „Boxbuden“ begann in den 1970er bis 1980er Jahren. Heute haben nur noch zwei überlebt, wovon die eine (im süddeutschen Raum) keine ”reine” Boxveranstaltung mehr ist.

Alle angestellten Boxer des Boxbudennhabers Charly Schulz arbeiten auf Gewinnbasis, d.h. nur wenn sie den Kampf gewonnen haben, bekommen sie eine Prämie. Verlieren sie, so wird ihnen die ausgezahlte Summe abgezogen. Die meisten seiner Boxer kommen aus dem Ostblock und sind ehemalige Profis oder Amateure, die in ihrer Heimat keine Chance auf eine Arbeit haben.

Es gibt drei Arten von Herausforderern: erstens die Betrunkenen, die nur dann mutig sind, wenn sie genug getrunken haben, zweitens die ”Profis”, die darin eine Gelegenheit sehen, die „schnelle Mark“ zu machen und drittens diejenigen, die vor ihrer Braut oder Freundin den „starken Mann“ machen. Geht leider meistens schief!

Diese Serie ist eine Erinnerung an das ursprüngliche und unverfälschte einer Kirmes, wie es sie vielleicht nicht mehrt lange geben wird, zumal der Inhaber Charly Schulz auch schon auf die 70 zugeht. Nach ihm wird es so etwas wahrscheinlich nicht mehr geben.

Der Fotograf durfte erst in der „Boxbude“ fotografieren, nachdem er den Inhaber im Schach geschlagen hatte!

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